News Eröffnung mit baer und Bar und über 100 Gästen 14. September 2016

 

 

Ganz im Sinne des Ausstellungstitels „Kollektive Absichten“ weihten am Freitag, den 2. September über 100 Gäste gemeinsam die vom Wiener Künstlerkollektiv baer gebaute Bar in der Galerie Hollenstein ein.

Zehn Tage Arbeit vor Ort
Johannes Franz, Sarah Kienpointner, Thomas Lehner, Philipp Leissing, Nadine Lemke, David Postl und Michael Suszynski haben während ihres zehntägigen Arbeitsaufenthalts in Lustenau die Installation „Kollektive Absichten“ gebaut: eine raumfüllende Gesamtinstallation für die Ausstellungsräume der Galerie Hollenstein. Ein in den Raum gebautes Baugerüst ermöglichte einen Umgang rund um den großen Ausstellungsraum und den Blick über die abgehängte Zwischendecke, wo zwischen Kabeln, Steckdosen und Leuchten meterlange gehäkelte Ketten installiert wurden, die das fast schon per se ausstellungswürdige Kabelgeflecht subtil akzentuierten. Über eine aus alten Dachbalken und verschiedenen Holzspenden von lokalen Unternehmen und Privatpersonen gezimmerte Freitreppe gelangten am Eröffnungsabend 101 Besucher in das Herz der Ausstellung: eine aus Stahl und Fichtenholz selbst gezimmerte Bar mit 21 eigens für die Ausstellung als Edition angefertigten gotisch anmutenden Barhockern. Verführerisch leuchtete in der Mitte ein sichtbar gut gefüllter Getränke-Kühlschrank – im von den Leuchten und BesucherInnen überhitzten Raum dauerte es nicht lange, bis die Eröffnungsgäste die Installation betraten, sich hinter die nicht bediente Bar stellten und selbstständig ausschenkten.

Soziales Experiment
Den Hinweis darauf, dass die Situation als Experiment angelegt war und die Besucherinnen und Besucher selbst aktiv und Teil der Installation werden sollten, gaben zuvor allerdings sowohl Bürgermeister Kurt Fischer als auch die neue Galerieleiterin Claudia Voit in ihren Eröffnungsreden: „Wie lange dauert wohl der Respekt vor der Installation an, bis der Durst sich darüber hinwegsetzt?“, fragte Claudia Voit. Das Experiment ist für die Künstlergruppe sowieso grundlegend für ihre künstlerische Praxis: „Für uns ist der Ausstellungsraum Versuchslabor und Verhandlungsort für künstlerische, soziale und räumlich Fragestellungen“, erklärten sie selbst.

Erste institutionelle Einzelausstellung von baer in Lustenau
Insofern ist auch das großformatige dreiteilige Gemälde auf Leinwand, das im ersten Raum der Ausstellung prominent und solo präsentiert wird, als ein Experiment zu sehen: Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung versuchten sich die Künstler in der gemeinsamen Arbeit an einem einzigen Gemälde. Die damit einhergehenden Gespräche und Diskussionen wurden aufgenommen und sind als Tonspur ebenfalls im Ausstellungsraum präsent: zwischen dem Schütteln von Farbdosen und dem Knistern von Papier ist immer wieder Lachen zu hören, wenn ein Künstler die Arbeit eines anderen imitiert oder erweitert, Diskussionen, ob die Qualität des eben Produzierten ausreichend ist, und die Frage, ob etwas von fremder Hand Gemaltes überschrieben oder gar ausgelöscht werden darf. Ohnehin sind 90 Prozent der Arbeit in der Gruppe im Sprechen über Kunst und in Diskussionen zu sehen, werden die Künstler nicht müde zu betonen. Die Besucherinnen und Besucher können für den Zeitraum der Ausstellung einen Einblick in die Arbeitsweise im Kollektiv erhalten – ein spannender, gelungener und unterhaltsamer Ausflug in die Welt von baer ist garantiert! Mehr zur Ausstellung

Ausstellungseröffnung am 2. September

Nach oben