News Galerie Hollenstein wird DOCK 20 5. Juni 2020

DOCK 20_Great Design Studio

Aus Galerie Hollenstein wird
DOCK 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein

Wir freuen uns, Sie über eine Änderung in der Lustenauer Kulturlandschaft informieren zu dürfen: Seit den 1970er Jahren werden in den Ausstellungsräumen der Galerie Hollenstein in der Pontenstraße Ausstellungen zeitgenössischer Kunst ebenso präsentiert wie in unregelmäßigen Abständen Ausschnitte aus der hauseigenen Sammlung.
In den letzten Jahren wurde dieses Doppel-Profil geschärft und konnte sich nach einem Umbau auch räumlich manifestieren: Seit 2017 verfügen wir über eine 170 Quadratmeter-Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst sowie über ein öffentlich zugängliches Schaudepot, in dem mit unseren Sammlungen gearbeitet wird: Die Schenkung des Nachlasses von Karl Schwärzler sowie die „Sammlung Stephanie Hollenstein“ werden in unterschiedlichen Formaten kontextualisiert und erforscht.


Im letzten Jahr haben wir daraufhin gearbeitet, dass die inhaltlichen und baulichen Veränderungen im Innenraum sich auch im Außenraum zeigen. Unsere Fassade und unser Eingangsbereich haben ein zeitgemäßes Facelift erhalten und die Institution erhält einen neuen Namen: aus Galerie Hollenstein wird

DOCK 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein.

DOCK spielt auf die Architektur des Ponten-Blocks an und steht exemplarisch für unsere Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlich relevanten und aktuellen Themen, an die auf unterschiedlichste Weise die verschiedenen Akteurinnen und Akteure „andocken“. Als Brücke verstanden, schwingt gleichzeitig auch die Historie des Orts mit und verweist auf eine einstige Brücke, die an dieser Adresse über sumpfigem Gebiet stand. Unsere Hausnummer 20 ergänzt und verortet den neuen Namen.

Neues Erscheinungsbild in Zusammenarbeit mit Great Design Studio
Die Namensänderung geht mit einem neuen visuellen Erscheinungsbild einher, das wir gemeinsam mit Great Design Studio (Wien, Bregenz) erarbeitet haben. Ausgangspunkt für das flexible Logo und das Design unserer Drucksorten ist eine abstrahierte Version der charakteristischen Fassade, gegliedert durch ein langgestrecktes Fensterband mit Jalousien im ersten Obergeschoss. „Wir stilisieren das Fenster als Öffnung zum Kunstraum, als Einladung zum Andocken und als Aufforderung zur Auseinandersetzung mit dem, was sich dahinter abspielt“, führen die Gestalter Simon Bleil und Raphael Drechsel die Idee des Designs aus. Die sich öffnenden und schließenden Jalousien, die durch ein sich verdichtendes oder auseinanderziehendes Raster im Design angedeutet werden, geben den Blick frei auf unsere Ausstellungen, Veranstaltungen und Arbeit im Innenraum.

Permanente Deckenzeichnung von Ferdinand Ruef
Für den Eingangsbereich des DOCK 20 wurde der Vorarlberger Künstler Ferdinand Ruef (geb. 1966, lebt und arbeitet in Wolfurt) gebeten, eine seiner Zeichnungen architektonisch zu realisieren. Die Leichtigkeit, Spontaneität und wohlüberlegte Reduziertheit seines Strichs vom Papier in die permanente Form eines Deckengemäldes zu übertragen, war Herausforderung und ist Ergebnis aufwendiger Material-, Farb- und Formrecherche. Entstanden ist ein abstrahierter Mistelzweig in Neonorange, der organisch und elegant vom Außenraum in den Innenraum wächst und die Architektur aus den 1970er Jahren gleichzeitig unterstreicht und aktualisiert.

Zweite Hälfte des Jahresprogramms ist weiblich
Die zweite Hälfte des Jahresprogramms wird bereits unter dem neuen Institutionsnamen realisiert: Ab Ende Juli sind für sechs Wochen die Künstlerin Margarita Rozhkova aus Berlin sowie die Kunstwissenschaftlerin Anne Zühlke aus Wien zu Gast in Lustenau. Die beiden wurden aus 35 Bewerberinnen und Bewerbern für das jährlich vom Druckwerk Lustenau, dem S-MAK und dem DOCK 20 ausgeschriebene Residency-Programm ausgewählt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit werden ab Herbst im kleinen Ausstellungsraum des DOCK 20 sowie in einer begleitenden Publikation präsentiert.
Von September bis November wird der große Ausstellungsraum von Nana Mandl (geb. 1991 in Graz, lebt und arbeitet in Wien) bespielt. Die Künstlerin, die mit ihren raumgreifenden, farb- und materialintensiven Collagen auf sich aufmerksam gemacht hat, gehört zweifellos zu den Shootingstars der jungen österreichischen Kunst. Für Lustenau erarbeitet sie eine großangelegte ortsspezifische Installation, die auch auf die Geschichte des Ausstellungsraums rekurriert.
Den letzten Ausstellungsslot des Jahres bespielt ab November die gebürtige Vorarlbergerin Monika Grabuschnigg (geb. 1987 in Feldkirch, lebt und arbeitet in Berlin). Grabuschnigg ist vor allem für groß angelegte und aufwendige Keramik-Arbeiten bekannt, die in komplexen Brenn- und Glasurprozessen entstehen und Auswirkungen von Digitalität und Virtualität auf Körperwahrnehmung und Intimität hinterfragen. Nach Solo-Shows bei Carbon 12, REITER und in der Kunsthalle Baden-Baden, sind ihre Arbeiten derzeit in der Kunsthalle Wien zu sehen, ihre Ausstellung im Kunstraum des DOCK 20 wird ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Österreich.

Im Sammlungs-Depot ist ab September wieder die Sonderausstellung mit Zeichnungen Stephanie Hollensteins aus den Kriegsjahren 1915 bis 1917 geöffnet und wird von einer Reihe von Gesprächen und Veranstaltungen begleitet. Der Ausschnitt aus unserem Bestand verdeutlicht, wie prägend diese Jahre für Hollensteins Biografie waren. Für die Künstlerin waren ihr Einsatz an der Front als Soldat sowie ihre Tätigkeit als Kriegsmalerin der Monarchie identitätsstiftend. Hollensteins bewusste nachträgliche Instrumentalisierung dieser Episode für ihre Karriere bestimmt neben ihrer Rolle als hochrangige Funktionärin des Kulturbetriebs im NS-Regime bis heute das öffentliche Bild dieser so widersprüchlichen Künstlerin.

Besucherinformation
DOCK 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein
Pontenstraße 20, 6890 Lustenau
T +43 5577 8181-4221
dock20@lustenau.at
www.lustenau.at/dock20

Öffnungszeiten (während der Laufzeit)
Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag 15 bis 19 Uhr
Ermäßigter Eintritt von 3.- EUR für alle Besucherinnen und Besucher bis Ende Juni

Presse-Kontakt
Claudia Voit
DOCK 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein (Leitung, Kuratorin)
claudia.voit@lustenau.at
Mobil +43 664 88373212

 

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