2026.2: Oliver Laric

Laufzeit: 30.5.–12.9.2026
Eröffnung: 29.5.2026, 19 Uhr

 

Oliver Larics Arbeit untersucht die Instabilität von Autor:innenschaft, die permanente Transformation von Bildern und die Durchlässigkeit zwischen digitaler und physischer Form. Ausgangspunkt seiner Praxis ist die Infragestellung von Authentizität und Einzigartigkeit: Durch Reproduktion, Variation und Übersetzung bestehender Formen entstehen Versionen, in denen Original und Kopie ununterscheidbar werden. Aneignung versteht Laric nicht als sekundären Akt, sondern als produktive Methode, in der jede Wiederholung eine eigenständige Realität erzeugt. Indem digitale Modelle offen zirkulieren und frei weiterverwendet werden können, verschiebt sich Kunst von einem abgeschlossenen Objekt hin zu einem kollektiven, prozesshaften System. Skulptur erscheint dabei nicht als fixierte Form, sondern als temporärer Zustand innerhalb eines kontinuierlichen Flusses von Information, Material und Interpretation.

Oliver Laric (1981, Innsbruck) arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, digitalen Reproduktionstechnologien und Bildzirkulation. Ausgehend von der Post-Internet-Kunst der frühen 2000er-Jahre entwickelte er eine Praxis, die Fragen von Wandelbarkeit, Aneignung und Autorschaft ins Zentrum rückt. Erste Arbeiten erschienen auf dem von ihm mitbegründeten Blog VVORK (2006–2012), einer zentralen Plattform für Debatten über digitale Kunst und ihre Wertlogiken. In der Videoarbeit-Serie Versions (2009–2012) formulierte Laric ein Verständnis von Bildern als instabile, veränderbare Entitäten, die sich durch Kopie, Modifikation und Weiterverbreitung kontinuierlich transformieren.

Seit den 2010er-Jahren überträgt Laric diese Fragestellungen konsequent in den physischen Raum. Mithilfe von 3D-Scans historischer Kunstwerke aus musealen und privaten Sammlungen entwickelt er Skulpturen, die Konzepte von Original, Serialität und geistigem Eigentum im Zeitalter unbegrenzter Reproduktion hinterfragen. Mit der Open-Source-Plattform threedscans.com stellt er seine digitalen Modelle frei zur Verfügung und verschiebt Fragen von Besitz und Zugang hin zu offenen Zirkulationsmodellen. Seine Arbeiten werden international in Museen und Biennalen gezeigt; zuletzt waren sie unter anderem im Kunsthistorischen Museum Wien sowie im Rahmen der Thailand-Biennale zu sehen.

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