#2: Anhand von Anna Oppermann: „In Obhut“
Katalog zur Ausstellung von Anna Oppermann
Laufzeit: 10. Juni bis 9. Juli 2017
Die raumgreifenden Installationen von Anna Oppermann (1940 bis 1993) entwickelten sich prozesshaft seit den 1960er Jahren über längere Zeiträume hinweg und sind heute noch von großer Aktualität. Ausgehend von persönlichen Beobachtungen und Begegnungen assoziierte die Künstlerin Objekte, Bilder und Begriffe, die sie zeichnend, fotografierend und malend entwickelte.
Zusammen mit Fotografien vorangegangener Aufbauten und Ausstellungssituationen, in denen auch immer wieder die Künstlerin selbst als Figur auftaucht, sowie Aufbauskizzen und Überlegungen zum eigenen Vorgehen formte sie diese zu „Ensembles“ im Raum. Die so entstandenen insgesamt über 70 Ensembles tragen ihre eigene Entstehungsgeschichte stets mit sich. Mit dieser spezifischen Methode reflektierte Oppermann über ihr privates, gesellschaftliches und künstlerisches Umfeld in all seiner Komplexität und Widersprüchlichkeit:
„Ensemble nenne ich die Dokumentation einer bestimmten Methode des Vorgehens bei Wahrnehmungs- und (oder) Erkenntnisübungen. Ein Ensembleaufbau ist die Präsentation vieler Bemühungen darum, ein Stück Realität zu erkennen, zu beurteilen oder auch – ‚ein Problem in den Griff' (Begriff) zu bekommen.“ (Anna Oppermann)
Mit Texten von Anna Schäffler und Claudia Voit.